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Anne Berlit
(T)RÄUME
18. September – 9. Oktober 2016

Vernissage am 18. September 2016
Die Künstlerin führte im Gespräch mit Dr. Isolde Döbele-Carlesso in ihre Arbeit ein.

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Meistens sind die vier Fenster im Kunstverein Brackenheim während der Ausstellungen abgedeckt. Fast ausschließlich künstliches auf die Exponate gerichtetes Licht erhellt den Ausstellungsraum. Anne Berlit setzt jedoch auch auf den indirekten Lichteinfall der vorhandenen Fenster, spielt behutsam mit Licht- und Schattenwirkung und betont die Effekte mit farblichen Akzentuierungen. Der gesamte Ausstellungsraum ist mit zahlreichen "Fensterobjekten" versehen. Die Objekte öffnen die Raumwirkung und laden den Betrachter zum Perspektivwechsel ein. Die Bildträger für die "Fensterbilder" sind rechteckige farblose Plexiglaskästen, die zur Wandfläche hin offen sind. Mit dem Pinsel aufgetragene Farbflächen sind vorderseitig und rückseitig so aufgebracht, dass sich im Wechsel zu hoch glänzenden und matten Farbpartien unterschiedliche räumliche Effekte ergeben. Bedingt durch das Davor und Dahinter im Wechsel mit Leerstellen erscheinen die mal zarten, mal kräftigen Farben wie von der Ebene des tatsächlichen Bildträgers gelöst. Unterstützt wird dieser Eindruck durch materialabhängige Spiegelungen sowie durch Schatten, die dadurch zustande kommen, dass die Plexiglasflächen mehrere Zentimeter Wandabstand haben. Schatten und Spiegelungen variieren abhängig von Lichteinfall und Position des Betrachters. Farbaussparende Flächen, die wie Intervalle zwischen den Flächenensembles liegen und den Blick durch das Kunstglas auf die Wand frei geben, rhythmisieren die farbigen Felder und Linien sowohl in der Fläche als auch in der Tiefe. Schatten und Farbfelder interagieren, konkurrieren und entziehen sich räumlichen Festlegungen, sie erinnern an offene Fenster, Türen, Räume. So sind die Arbeiten auch mit (T)RAUM, oder „Licht und Schatten“ betitelt.