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Justyna Koeke
N 49°4'43.68"
E 9°3'49.97"
5. Oktober – 2. November 2014

Vernissage am 5. Noveber 2014
Einführung: Justyna Koeke,

Ausstellung in drei Akten
HeilbronnerStimme

(...) Erster Akt: "Seit zehn Jahren habe ich keine Wandinstallation mehr gemacht", erklärt Koeke. Sie hat die gesamte Fläche mit Köpfen aus Plüschbällchen in Gelb, Pink, Rosa, Grau und Braun bestückt. Handschmeichler, wie man sie für Babys und Kleinkinder kennt, mit feinen Kügelchen gefüllt, mittels aufgeklebter Augen, Münder und Bärte zu Gesichtern stilisiert, verweist diese Typologie auf diverse Themen. So einfach wie "Internet", so der Titel, daherkommt, so vielfältig sind die implizierten Fragen, nach Distinktionsmerkmalen, nach multipler Identität.

Koeke ist 1976 in Krakau geboren. Mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet, studierte die Performance-Künstlerin zunächst Bildhauerei und Keramik an Kunstakademien in Nürnberg, Krakau, Stuttgart und Warschau. Seit 2005 lehrt sie in der Medienwerkstatt Freie Kunst der Stuttgarter Akademie.

Zweiter Akt: "Eine Akademie ist nur so viel wert, wie ihre Betriebskapelle." Frei nach diesem Motto - angeblich von Willi Baumeister - tritt die Akademische Betriebskapelle (ABK) mit Songs aus der Feder des Kunstprofessors Rolf Bier in Aktion. Gegründet von Koeke (Bass) kredenzen die Musiker alias Technische Lehrer einen Mix aus Blues, Pop und Punk mit Titeln wie "Life without art", "What do colors do to me?" oder "My studio". Kostümiert mit "tragbaren Skulpturen" - Münder, Finger oder Fuß als Kopfputz - von Koeke, machen der Sänger Alf Setzer, Gitarrist Daniel Mijic, Flötist Thomas Ruppel, Schlagzeuger Frank David Hoffmann und am Mischpult Jong-Hyun Park einen auf Party.

Am Schnittpunkt von Glitzerpop, feministischer Offensive à la Niki de Saint Phalle und Nina Hagen sowie chaotischer Aktionskunst à la Schlingensief polarisiert die Polin. Einerseits bewunderndes Staunen über öffentliche Auftritten wie den Umzug "Wir wollen ihr Geld" , wenden sich andere entrüstet ab, halten den performativen Umgang mit sakraler Ikonografie für pietätlos bis blasphemisch. Im dritten Akt zeigt Koeke Videos solcher Aktionen, die auch im Internet zu finden sind.

Photo: Carlesso.