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Agnes Lörincz
»Hautnah«
in Kooperation mit der Kunststiftung Baden-Württemberg
4. – 21. Oktober 2015

Einführung: Agnes Lörincz

In der Ausstellung HAUTNAH wird eine thematische Auswahl aus dem Werk der Künstlerin Agnes Lörincz gezeigt – es handelt sich um Arbeiten, die unmittelbar vor und nach ihrem Umzug von Heilbronn nach Berlin entstanden sind, in denen sie sich mit Themen wie Körper und Bekleidung, Lifestyle und Werbung beschäftigt.

Lörincz’ Malerei ist eine Malerei, in der die Collage als gestalterische Methode in Erscheinung tritt.
Neben gemalten Flächen werden verschiedene Strukturen und Oberflächen von Mustern und Stoffen zu Bildelementen, die mit dem Gemalten auf vielfältige Weise zusammenwirken.
Auf den ersten Blick sind diese „Fremdkörper“ gar nicht als solche wahrzunehmen, fügen sie sich doch scheinbar bruchlos ins Bild. Der Übergang von Muster und Vorlage in das Medium der Malerei bleibt jedoch in kleinen, einkalkulierten „Fehlern“ bei der manuellen Übertragung mit Pinsel und Spachtel erkennbar. Auch die Grenzen der Collagen zwischen bemalter Leinwand und aufgeklebtem Textil, Papier und Folie fordern ein genaues Hinsehen.
Etwas hautnah zu erleben gilt für die Malerei ganz besonders. Man soll aufmerksam hinschauen, die Oberfläche, die Struktur, die Machart der Bilder studieren. Sich täuschen lassen, der Frage nachgehen, ob etwas gemalt oder „nur“ geklebt ist …

Die Kunsthistorikerin Claudia Funke beschreibt einen wichtigen Aspekt zum Inhalt von Lörincz’ Arbeit treffend:
„Die verführerische Welt des Glamour und die Verheißungen des Konsums, die allgegenwärtigen Versprechungen von Schönheit und Sinnlichkeit, Erfolg und Ruhm werden im Werk der Künstlerin gebrochen durch die Wahl der Ausschnitte und beständige Fragmentierung. Lörincz sampelt die Bildmotive und versetzt sie in einen neuen Kontext.
Mit Humor und Leichtigkeit distanziert sie die Inhalte der ursprünglichen Bildaussagen, indem sie diese überzeichnet und als Klischees entlarvt. Im Zusammenspiel mit den ornamentalen Mustern, die altmodisch bieder oder grell an das Design der 1960er und 1970er Jahre erinnern, schafft sie eine aktuelle Visualität des Camp.“

Diese für den Kunstverein Brackenheim vorgenommene, thematische Zusammenstellung bietet einen spannenden Blick auf die Arbeit der Künstlerin. Passend zum Titel ihrer Ausstellung, wird Agnes Lörincz die Einführung bei der Eröffnung selbst übernehmen und »hautnah« von ihrer Arbeit berichten.